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Deutschlandlied - Eine Theaterwanderung durch den Hamburger Medienbunker (2007)
Ich hatte einst ein schönes Vaterland. Der Eichenbaum wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft. Es war ein Traum.
Das küsste mich auf deutsch und sprach auf deutsch (Man glaubt es kaum wie gut es klang) das Wort: «Ich liebe dich!» Es war ein Traum.
Heinrich Heine
Auf der ganzen Welt ist es selbstverständlich, sich mit oder ohne Anlass in Gruppen zusammenzufinden, um traditionelle Lieder zu singen. In Deutschland hingegen ist das Volkslied eine Domäne der Biedermeier und neobraunen Deutschtümler. Gesungen wird in Deutschland dennoch; Folksong, Gospel, Klassik scheinen unbedenklich. Und seit neuestem hat sogar die Popkultur wieder Lust auf deutsche Texte.
Warum der Bannfluch, der das deutsche Volkslied mit Attributen wie “verstaubt”, “verkrampft”, “verblödet” belegt? Hat unsere Ablehnung des Volkslieds etwa mehr mit dem Volk als mit dem Lied zu tun? Eine positive Identifikation mit dem deutschen Nationalgefühl ist – trotz Sommermärchen 2006 – für uns noch immer so suspekt wie seinerzeit für Heinrich Heine.
Die Formation Weisser Rausch hatte den Franz-Schubert-Chor Hamburg aufgefordert, sich entgegen seiner jahrzehntealten Konzerttradition an der Seite von drei Schauspielern mit deutschen Volksliedern und romantischen Gesängen von Mendelssohn und Brahms zu befassen. Dieser Herausforderung sind wir gern gefolgt: Gemeinsam mit einem Schauspielensemble begab sich der Zuschauer bei unserer Produktion “Deutschlandlied” an prägnantem Ort, dem Medienbunker in der Feldstraße, auf eine Reise in die Widersprüche der deutschen Identität – in die heiklen Regionen zwischen Nationalgefühl, Revolution und romantischer Seelenverzückung.
Mitwirkende: Musikalische Leitung Michael Petermann Text und Regie Nina Claassen Bühne Eva Stankowski Kostüm Bernadette Weber Video Karsten Wiesel
Formation Weisser Rausch mit Nik Breidenbach, Susanne Pollmeier, Mirko Thiele Franz-Schubert-Chor, Cantilene Kinderchor
Eine Koproduktion von Formation Weisser Rausch mit dem Franz-Schubert-Chor Hamburg. Gefördert durch die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.
Medienecho: - “Mit dem Chor durchs kollektive Unbewusste” - Die “taz” am 20.6.2007 über die Generalprobe [mehr] - “Heimatsuche im Bunker auf dem Heiligengeistfeld” - Regisseurin Nina Claassen im Interview mit der “Welt” am 17.6.2007 [mehr].
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